slotMusic: Major Labels releasen Musik auf Speicherkarten

Die Major-Labels EMI, Sony BMG, Universal und Warner hatten eine neue Idee und wollen damit den rückläufigen CD-Verkäufen mit „slotMusic“ entgegenwirken. „slotMusic„, das heisst Musik auf MicroSD-Speicherkarten. Die Majors wollen zum Weihnachtsgeschäft die wichtigsten CD-Titel parallel auf diesen Speicherkarten veröffentlichen, vorerst nur in den USA. Der Spaß soll 15 US-Dollar kosten.

Die Datenträger haben jeweils eine Kapazität von einem Gigabyte. Die Musiktitel werden im MP3-Format mit 320 kBit/s ohne DRM-Schutz abgelegt. Grob also 200 MByte an Musik, der restliche Speicherplatz soll den Künstlern für Bonusmaterial zur Verfügung stehen, oder kann vom Endkunden selbst „befüllt“ werden. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein Adapter auf SD-Karte und ein kleiner USB-Reader, damit das Album auf allen Geräten mit USB-Anschluss oder Standard-SD-Einschub angehört werden kann.

Hört sich ja ganz toll an, was sich die Majors da wieder ausgedacht haben…

slotmusic-product.jpgWenn ihr mich fragt, ist das ganze für’n Arsch. Was für eine Zielgruppe wollen die damit ansprechen? Jugendliche und technikaffine Leute, die solche Speicherkarten benutzen? Genau die Leute also, die auch fähig sind neue Musik downzuloaden. Wieso nicht gleich beim Download bleiben? Die Speicherkarten werden ausgepackt, die MP3s auf den Rechner, MP3 Player, Handy etc geladen, und dann landet das Ding in der Ecke. Null Mehrwert. Wer braucht denn dann zehn verschiedene, 1 GB große SDs als Wechselspeicher? Niemand! Ganz zu schweigen vom Adapter und dem USB-Reader, der jedes mal mitgeliefert wird… Ressourcen-Verschwendung. Die Labels könnten bei niedrigeren Preisen (bei CDs & Downloads) doch viel mehr Gewinn machen, wenn man damit auf den ganzen „Technik-Schrott“ verzichtet.

Wie sieht es eigentlich mit der Haltbarkeit von solchen SDs aus? Ich glaube CDs sind verschleißarmer, würd mich da aber jetzt nicht festlegen. Und warum eigentlich das ganze dann als MP3s, also komprimierte Daten (Audio-Qualität)? Ja logisch, die Zielgruppe kann natürlich vorwiegend nur was mit MP3s anfangen, und den Qualitätsunterschied (WAV <-> 320 kBit/s MP3) wird man bei normalen Audio-Anlagen wohl nicht hören. Aber bei 1 GB Speicherplatz könnte man die Musik doch zusätzlich losless z.B. als FLAC speichern? Das würde meiner Meinung nach vom Platz her ausreichen wenn man beides realisiert… aber genug gehatet für heute. slotMusic wird sich nicht durchsetzen. Punkt.

Weitere Infos findet ihr hier: www.slotmusic.org

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