Trend Volksrap – Zukunft oder Schmarrn?

Rap ist geprägt von geprägten Menschen, harten Kerlen, Jungs mit Tatoos und knallharter Vergangenheit. Kriminelle und Schläger, Drogen, Alkohol und Prostitution, Clubs und Hinterhofgeschäfte… all das sind Klischees mit denen in den letzten Jahren mehr als ordentlich aufgeräumt worden ist. Mittlerweile sind die klassischen Rapper schon lange nicht mehr ausschließlich die harten Kerle mit krimineller Vergangenheit, auch wenn eine solche Story heute natürlich immer noch zieht. Mittlerweile gibt es aber auch Rapper die so garnicht ins Klischeehafte Bild passen wollen, nicht die Bad Boys sind, sogar sanfte Klänge und versöhnliche, teils romantische Texte parat haben.

Was jetzt allerdings als neuer Trend aufkommt ist vielleicht dann doch ein bisschen bedenklich für die Szene. Auf dem Oktoberfest konnte man es bereits beobachten, Volksrap. Die Klassische Volksmusik ist eigentlich nichts das so wirklich ins Bild der heutigen Jugend passen will. Wer Fan von Volksmusik ist, der hat es an den Schulen der heutigen Zeit schwer, oder verwechselt die klassischen Klänge mit verbotener Musik aus dem dritten Reich. Aber die klassische Volksmusik bekommt jetzt neuen Aufschwung.

Wenigstens sieht sich die Ganze Branche selbst nicht in der Rap Szene. Als „Neue Volksmusik“, „Alpenrock“ oder „Alpenpop“ bezeichnet sich, was Musiker wie LaBrassBanda so fabrizieren. Bekannt wurde die Band übrigens durch ihre Teilnahme am Vorentscheid zum letzten Eurovision Song Contest 2013, geschafft hat sie es nicht. Künstler wie Andreas Gabalier haben großen Erfolg mit diesem neuen Musikgenre, das seinen Platz noch zu suchen scheint. Natürlich ist „Volksrap“ noch sehr sehr weit von echtem Rap entfernt, aber es würde uns interessieren was ihr davon haltet. Wie denkt ihr über solche Bands/Künstler. Können diese sich als Rapper bezeichnen oder seid ihr eher sauer wenn sich diese Künstler in der Rapszene sehen?

Die Verbindung klassischer musikalischer Elemente mit neumodischen ist allerdings weniger überraschend. In der Musikgeschichte wurden die meisten Musikstile schon zusammengemischt. Es gibt ja selbst Heavy Metal Weihnachtslieder, was auch funktioniert, für all diejenigen die es mögen. Nun stellt sich die Frage was als nächstes kommen soll?

In Bayern und Umgebung mag Volksrap ja vielleicht funktionieren, aber kann man sowas auf das gesamte Bundesgebiet ausweiten? Nur weil ein einzelner Künstler, hier Andreas Gabalier, gewaltige Erfolge feiert heißt das ja nicht unbedingt das das gesamte Genre eine gute Idee ist, Jackass hat seiner Zeit auch gewaltige Erfolge gefeiert aber nachmachen sollte man das nie, Spin Offs oder ähnliche Formate sind dazu ja auch gefloppt.

Kann es mit dem Volksrap eine ähnliche Entwicklung geben? Erleben wir hier nur eine Mixphase in der man versucht Rap Salonfähiger zu machen, mehr in die Mitte zu rücken, wo er eigentlich sowieso seit Jahren angekommen ist, oder erleben wir hier einen Trend, der die klassischen Grenzen aufsprengen wird? Vielleicht wird Volksrap ja bald schon eines der Hauptthemen bei der Findung neuer Texte für klassischen Rap sein. Das Battle wird auf jeden Fall interessant werden und wir sind gerne mit dabei wenn Andreas Gabalier sich mal mit einem echten Rapper battlen sollte.

Was haltet ihr davon? Volksrap? Ein Thema für die Zukunft, Modeerscheinung oder totaler Unsinn?

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