Your Brain on Poker: Wie dein Gehirn unter Druck reagiert

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Unser Gehirn ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit und kann mit rekordverdächtigen Zahlen aufwarten: Es ist mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) ausgerüstet und obwohl es mit seinen zwei Kilogramm nur ungefähr drei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verschlingt es mit 15 Prozent des Gesamtenergiebedarfs des Körpers enorme Mengen an Energie.

Die Gehirnaktivität, die uns Menschen im Alltag am Denken, Wahrnehmen, Handeln und Reagieren stets begleitet, ist unvorstellbar. Das Gehirn arbeitet ständig – im Wachzustand wie im Ruhezustand. Mit spezieller Techonolgie kann man diese Gehirnaktivität sichtbar machen und Prozesse können gesehen und auch verstanden werden. Zum Beispiel bestimmte Emotionen und Stimmungen eines Menschen. Unter anderem ist dies mit EEG Headsets möglich.

Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interface), die beispielsweise in Echtzeit und nichtinvasiv die elektrische Aktivität des Gehirns mittels eines EEG (Elektroenzephalografie) messen, werden zu verschiedenen Zwecken verwendet: Sie dienen zur Forschung und zur Therapie, aber z.B. auch zur Steuerung von Computern (Gedankensteuerung) oder zur Entspannung über Neurofeedback. Letzteres ist ein computergestütztes Hirnwellentraining, zur Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Entspannung. Solche Headsets gibt es sogar im Handel kaufen.

Die EEG-Technologie wurde auch für eine sehr interessante Studie von der Marktstudienfirma SimpleUsability im Auftrag für Bwin verwendet. In der Studie „Your Brain On Poker“ wurde mit den Headsets untersucht, wie das Gehirn unter dem Druck beim Poker-Spielen reagiert. Die sechs Teilnehmer mit unterschiedlichen Fähigkeits- und Erfahrungsgraden (Änfanger bis Experte) spielten dabei eine 40-minütige Online-Runde Texas Hold’em Poker unter der Aufsicht von Sportpsychiologe James Hazlett. Drei davon um echtes Geld, drei spielten „kostenlos“.

Wie man seine Emotionen beim Pokern kontrolliert

Aufgezeichnet wurde das ganze dann mit Kamera und Screenrecorder, um die Aufnahmen mit den Daten des EEG-Gerätes zu vergleichen und um die Spielzüge und Situationen zu identifizieren, die bestimmte Reaktionen hervorrufen. Während verschiedenen Phasen des Spiels (Deal, Flop, Turn, River, Check, Raise, Call, All In) wurden so die Gehirnströme gemessen und mithilfe der Emotiv-Messungssoftware visualisiert. Mit der Software ist es möglich Grade der Beteiligung, Frustration, sowie Kurz- und Langzeitaufregung in allen Bereichen des Gehirns zu messen:

  • Frustration: Diese Messung korreliert oftmals mit Ärger, Verwirrung oder anderen negativen Zuständen.
  • Beteiligung: Diese Messung ist neutral und steht im Bezug zu Stimulation, Interesse, neuen Erfahrungen, Erinnerung, Konzentration und allgemein zu mentalen Anstrengungen.
  • Aufregung: Diese Messung steht in Beziehung zu positiver psychophysischer Erregung d.h. der Herzschlag erhöht sich, Erweiterung der Pupillen und Stimulierung der Schweißdrüsen. Kurzzeitige Aufregung spiegelt eine Art der Aufgeregtheit wieder, die sich unmittelbar auf die Ereignisse anschließt, die diese Aufregung auslösen, wie z.B. ein Blatt gewinnen. Langzeitige Aufregung nutzt den gewichteten Durchschnittswert der Kurzzeitaufregung, um im Laufe der Zeit einen besseren Gesamteindruck des emotionalen Zustandes zu erhalten.

Beim „All in“ sind zum Beispiel wunderbar die unterschiedlichen Gehirn-Aktivitäten bei Anfänger, Amateur und Profi zusehen:

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Beim Anfänger sind während eines All-In die Aktivitäten der Betawellen im ganzen Gehirn maßgeblich erhöht – also Stress pur. Er hat seine Emotionen nicht im Griff.

„Während der Anfänger bei seiner Entscheidung nachweislich von Logik gelenkt wurde, wurde doch gleichzeitig eine starke emotionale Erwiderung provoziert.“

Der Profi dagegen kann seine Emotionen vollkommen kontrollieren – ein Vorteil, und das nicht nur beim Poker. Die Reaktionen und Messungen bei verschiedenen anderen Spielzügen wie z.B. Raise oder Flop bekommt ihr unter www.yourbrainonpoker.com zu sehen. Auf der Projekt-Seite werden alle Gehirnströme wunderbar visualisiert und natürlich auch erklärt. Interessant das mal auf diese Weise zu sehen.

In Kooperation mit VK Media

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Autor
Pascal

Pascal

CEO bei ITSRAP.de
Blogger - Music Lover - Fashion Addict - Digital Native. Geboren 1983 in Landau und beruflich als Medienfachwirt & Digital Media Manager unterwegs, gründete Pascal den Blog im Jahr 2007 und schreibt seitdem leidenschaftlich über Musik, Lifestyle, Fashion & Netzkram.
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