Politik vs. Kunst: Die Diskussion um einen Graffiti-Beauftragten in Berlin

In Berlin steht derzeit die Frage im urbanen Raum, ob ein Graffiti-Beauftragter für die Hauptstadt sinnvoll sei. Und Tatsächlich gruselt mich ja gerade die Vorstellung, dass ein einzelner Politiker darüber entscheiden soll, was Kunst ist – und was weg kann. Als Hip-Hop-Fan prangere ich zudem an, dass es dann ja eigentlich auch einen DJ-, Rap- und Breakdance-Beauftragten geben müsste. Oder wir führen gleich einen Whackness-Beauftragten ein, der schlicht alles verbietet, was uncool ist (klingt nach einem Traumberuf).

Bevor wir in einer Art-Dystopie landen, könnten wir aber natürlich auch einfach auf Notker Schweikhardt hören. Der fasst in seiner Rede nämlich ganz gut zusammen, wie unüberschaubar hoch die Bedeutung von Graffiti für die Stadt ist – und, dass man die Idee eventuell nochmal überdenken sollte…

Die Abgeordneten diskutieren über einen Antrag der Piratenfraktion. Die Antragsteller fordern die Schaffung einer Stelle eines Graffiti-Beauftragten für Berlin. Die folgende Diskussion offenbart ein breites Spektrum an Meinungen über Graffiti, von „Kunst“ bis „Verunstaltung“. Der Antrag wird zur weiteren Beratung an den Hauptausschuss sowie an den Ausschuss für kulturelle Angelegenheiten überwiesen.

Notker Schweikhardt (Bündnis 90/Die Grünen) hebt hervor, dass durch Graffiti in Berlin ganze Wirtschaftszweige neu entstanden seien. Auf der anderen Seite entstünden durch illegale Graffiti hohe Sachschäden an S-Bahnen und Gebäuden. Er bezweifelt, dass ein Graffiti-Beauftragter all die Konflikte rund um die Graffiti auflösen könne. Dennoch sei es wichtig, dass sich das Abgeordnetenhaus „mit dieser für Berlin so prägenden Kunstform“ endlich auseinandersetze. (via RBB)

via wildstyleshopberlin

Video via RBB

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Sascha

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Blogger bei FernSehErsatz
Sascha (28) hat irgendwann mal irgendwas mit Medien studiert und lebt seit dem so vor sich hin. Er ist seiner Geburt im Rollstuhl, sitzt aber dazu und ist durchaus gerne mal behindert.Wenn er nicht gerade raucht oder auf seinem Blog schreibt, macht er irgendwas mit Fruity Loops oder mit Hackfleisch. Seine drei Lieblingsworte sind „larifari“, „nukular“ und „nein“. Über sich selbst redet er nur ungerne.
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