NDR-Reportage: Sprayern auf der Spur – Die Jagd auf Moses

Es ist schon absurd. Auf der einen Seite steht Deutschland (vor allem die Hochburg Berlin) für eine relativ große Graffiti-Szene, die auf der Straße entstanden – und mittlerweile sogar international kulturell angesehen ist. Auf der anderen Seite ist das Besprühen von Wänden und Zügen eben immer noch illegal und der Staat geht gegen Künstler mitunter genau so vor wie gegen Schwerverbrecher. Ein krasses Beispiel ist dafür liefert die folgende NDR-Reportage, in der es um einen gewissen „Moses“ geht, der sich bereits deutschlandweit einen Namen gemacht hat (in dem er ihn überall hingesprayt hat).

Bei ihm geht das Ganze dann sogar so weit, dass die Polizei in versammelter Mannschaft seine Tür einbricht, die Wohnung stürmt und alles beschlagnahmt, was sie dort finden kann. Als würde es um einen Mord – und nicht um Farbe gehen.

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Schade ist allerdings, dass auch der Duktus der Sendung ungefähr folgende ist: Graffiti macht die graue Welt bunt und schön – aber das ist hier halt verboten, also lasst es besser sein. Schließlich gibt’s ja diese 3 Wände da, an denen ihr das legal machen könnt, wenn’s denn sein muss. Naja. Wenigstens braucht man dafür noch keinen Antrag A38 vom Schalter B12. Aber wie bereits gesagt: es ist schon absurd.

Deutschland wohl berüchtigtster Sprayer kommt aus Hannover. Sein Künstlername ist „Moses“. Seit 21 Jahren sprüht er. Genauso lange jagt ihn die Soko Graffiti der Polizei. Hunderte Pieces und Tags hat Moses auf Brücken und Hauswänden hinterlassen. Wochenlang hat die Polizei gegen ihn ermittelt und neue Spuren zusammengetragen. Weit vor Sonnenaufgang schlagen die Ermittler zu und stellen Moses‘ Wohnung auf den Kopf.

Patrik erklärt die Motivation der Sprayer. Er malt riesige Bilder an Wände. Dann schnappt ihn die Polizei und er muss 10.000 Euro Strafe zahlen. Danach verändert sich sein Leben und er entdeckt legale Wege der bunten Kunst. Diese Reportage begleitet Graffiti-Fahnder der Polizei im Kampf gegen Moses und andere Sprayer, die die Stadt als ihre Leinwand nutzen und dadurch jedes Jahr Schäden von bis zu 800.000 Euro anrichten. (via NDR)

via urbanshit

 

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Autor
Sascha

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Blogger bei FernSehErsatz
Sascha (28) hat irgendwann mal irgendwas mit Medien studiert und lebt seit dem so vor sich hin. Er ist seiner Geburt im Rollstuhl, sitzt aber dazu und ist durchaus gerne mal behindert.Wenn er nicht gerade raucht oder auf seinem Blog schreibt, macht er irgendwas mit Fruity Loops oder mit Hackfleisch. Seine drei Lieblingsworte sind „larifari“, „nukular“ und „nein“. Über sich selbst redet er nur ungerne.
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