Allein unter Weißen | Ein Schwarzer reist durch Sachsen

Die deutschen Medien berichten aktuell sehr euphorisch über die vielen Menschen, die den Flüchtlingen zur Seite stehen, ihnen auf die Beine helfen und sogar mit Beifall empfangen.  In der internationalen Presse steht Deutschland als Vorbild da, der Guardian lobt Angela Merkel’s Einwanderungspolitik in den Himmel und am Bahnhof wird eine türkischstammige Deutsche mit einem Flüchtling verwechselt und mit Applaus begrüßt.

Das Magazin Kontraste zeigt allerdings, dass die Kehrseite der Medaille leider noch immer ein abgrundtief hässlicher Nazi ist. In der 10-minütigen Reportage reist das Team mit dem seit Jahren in Berlin lebenden Musiker Ndiaga nach Sachsen, um zu überprüfen, ob der Osten unseres Landes tatsächlich seinem rassistischen Klischee entspricht. Und ihr ahnt es schon: es gab leider keine Überraschungen. Höchstens eine Negative. Denn offenbar werden dort nicht nur Menschen mit schwarzer Hautfarbe diskriminiert und mit „Rassenschande“ betitelt, sondern sogar Deutsche, die Flüchtlingen helfen wollen, werden „bekämpft“. Und ich, der auch in Ostdeutschland geboren wurde, muss mich dafür gerade sehr schämen. Die Realität brennt jegliche Euphorie anscheinend schneller nieder als Nazis Heime anzünden können.

Ndiaga lebt schon seit vielen Jahren in Berlin, er kommt aus dem Senegal, seine Leidenschaft ist die Musik – bei Konzerten ist sein Publikum begeistert. Aber auf seinen Reisen erlebt er immer wieder auch Anfeindungen wegen seiner Hautfarbe.

Deshalb will er mit uns ein Experiment machen – eine Reise nach Sachsen. Er war noch nie da, kennt es nur durch negative Schlagzeilen aus den Medien. Wie werden die Menschen auf ihn reagieren?

Unser erstes Reiseziel ist die Stadt Riesa an der Elbe mit ca. 30.000 Einwohnern. Mit Ndiaga bummeln wir durch die Einkaufsstraße. Als wir gemeinsam in der Eisdiele sitzen – als weiße Frau mit einem schwarzen Mann – werden wir von einer jungen Frau angepöbelt.

„Sowas nannte man früher Rassenschande.“

https://www.youtube.com/watch?v=D_w75SClIN4

via ficko

Teilen
Autor
Sascha

Sascha

Blogger bei FernSehErsatz
Sascha (28) hat irgendwann mal irgendwas mit Medien studiert und lebt seit dem so vor sich hin. Er ist seiner Geburt im Rollstuhl, sitzt aber dazu und ist durchaus gerne mal behindert.Wenn er nicht gerade raucht oder auf seinem Blog schreibt, macht er irgendwas mit Fruity Loops oder mit Hackfleisch. Seine drei Lieblingsworte sind „larifari“, „nukular“ und „nein“. Über sich selbst redet er nur ungerne.
Sascha

Deine Meinung?

0 Trackbacks/Pingbacks
    no-social-mediaEine Hyperlapse-Tour durch Los Angeles